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Hauptschule: Fakten
Schuljahr 2005/2006: In Deutschlabnd betrug die Zahl der Hauptschulen 5.005, es gab 2.976 Realschulen und 3.096 Gymnasien.
Schuljahr 2005/2006: 1.023.800 Schülerinnen und Schüler besuchten die Hauptschulen, 1.324.700 die Realschulen und 2.431.300 die Gymnasien.
Schuljahr 2005/2006: Der Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler betrug bei den Hauptschulen – 18,9%, Realschulen – 7,5%, Gymnasien – 4,2%.

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Sprache, Bildung und Gerechtigkeit

Die Ergebnisse der PISA-Studie haben ihre Spuren hinterlassen. Aber sie sollen nicht vernarben. Ist das Hamburger Zwei-Säulen-Modell, die Kombination aus Stadtteilschule und Gymnasium, die Alternative zum Dilemma des vielgliedrigen Hamburger Schulwesens?

Bildung wird weitgehend über Sprache vermittelt. Der Staat hat den grundlegenden Bildungsauftrag übernommen, er ist dem Prinzip der Gerechtigkeit verpflichtet, er muss Chancengleichheit fördern. Die Schule gehört zu den entscheidenden Lernorten.

Die Krise der Hauptschule

Die Hauptschule ist zur »Restschule« geworden. Nur noch 15% der Schulwahlberechtigten entscheiden sich für das Bildungsangebot der Hauptschule. Niemand will sich freiwillig zum »abgehängten Schülerprekariat« zählen. Während die Gymnasien heterogener werden, erfahren Hauptschulen eine negative Auslese, die sie zunehmend isoliert. Der Hauptschule werden Leistungen abverlangt, die sie überfordern. Ihr soziokulturelles Umfeld konfrontiert sie mit vielfältigen Problemen. Vor dem Hintergrund dieses Milieus werden Lernen und Entwicklung beeinträchtigt, weil soziale, ethnische, religiöse und geschlechtsspezifische Ungleichheiten die Möglichkeiten ihrer Zielgruppe einschränken.
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Bürgerschaftsbeschluss
Textauszug: »Der Senat wird ersucht, ... die Empfehlungen der Enquete-Kommission schrittweise umzusetzen und der Bürgerschaft jährlich über den Fortschritt zu berichten, ... mit den Vorbereitungen zur Einführung eines neuen Schulsystems aus Stadtteilschule und Gymnasium zu beginnen, eine Umsetzung zum 01.08.2009 anzustreben und die Bürgerschaft regelmäßig über den Fortschritt zu informieren, ...«

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Zwei-Säulen-Modell oder Schule für alle

Hamburg stellt sich dem Problem. Am 30. März 2007 hat die Enquete-Kommission »Konsequenzen der neuen PISA-Studie für Hamburgs Schulentwicklung« ihre Empfehlungen vorgelegt.

Ihrer einstimmigen Einsetzung war eine Debatte über die Weiterentwicklung des Hamburger Schulsystems vorausgegangen. Insgesamt gab die Kommission mehr als hundert Empfehlungen für die künftige Schulpolitik in Hamburg ab. Mehrheitlich sprach sie sich für das so genannte Zwei-Säulen-Modell aus. Die Kommissionsmitglieder von CDU und SPD wollten, dass es in Hamburg ein Nebeneinander von Gymnasien und Stadtteilschulen geben soll. Die Grünen stimmten dagegen. Sie forderten eine Schule für alle.

Folgen der Ergebnissse der Enquete-Kommission

Die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft beantragte mit der Drucksache 18/6026 die Einführung eines neuen Schulsystems aus Stadtteilschule und Gymnasium. Mit ihrer Mehrheit foderte sie den Senat auf, die Umsetzung des Zwei-Säulen-Modells, Stadtteilschule und Gymnasium, zum 1. August 2009 anzustreben. Damit ist in Hamburg beschlossen, dass die Hauptschule ersetzt wird. Zugleich bedeutet der Beschluss, dass es auch in der Zukunft Gymnasien als eigenständige Schulform in der Hansestadt geben wird.
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Christa Goetsch Vorsitzende der GAL-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft


Christa Goetsch
Website: Christa Goetsch – Willkommen!
Funktionen: Vorsitzende der GAL-Fraktion, Fachsprecherin für Bildung / Schule
Parlamentsausschüsse: Enquete-Kommission Schulentwicklung, Schulausschuss, Sonderausschuss Vernachlässigte Kinder
Schwerpunkte: Jugend, Schule, Berufsbildung, Migration


Redeauszug
19. April 2007: »Es gibt in der Pädagogik keine Theorie der zwei Begabungen. Wo das Zwei-Säulen-Modell faktisch schon existiert, wie auf Finkenwerder, wird die soziale Spaltung zementiert.«

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Die Position der GAL-Fraktion in Hamburg

Obgleich sich auch die Fachleute der Grünen positiv über die Arbeit der Enquete-Kommission äußerten, betonten sie, dass in der Schulstruktur-Frage keine Annäherung erzielt worden sei. Die Grünen wollen »eine Schule für alle« nach skandinavischem Vorbild.

Die GAL-Fraktionsvorsitzende und Obfrau der Grünen in der Enquete-Kommission »Konsequenzen der neuen PISA-Studie für Hamburgs Schulentwicklung«, Christa Goetsch, warnt vor dem Zwei-Säulen-Modell. Studien zeigten, dass durch dieses System die soziale Spaltung nach Herkunft der Schüler nicht beseitigt werde.

Eine Schule für alle

»Das Zwei-Säulen-Modell führt in die Sackgasse«, sagte GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch, Verfechterin der Schule für alle. Es bleibe dabei, dass Schüler nach Klasse vier »sortiert« würden.

In der Bürgerschaftsdebatte am 19. April 2007 sagte Christa Goetsch unter anderem: »Es gibt inzwischen einige Wissenschaftler, die eigentlich eine Schule für alle befürworten, die aber sagen: Politisch ist das nicht durchzusetzen, deshalb sollen besser zwei Säulen eingeführt werden, anstatt dass gar nichts passiert. Ich kann hier nur feststellen, dass in Hamburg und auch anderenorts vielfach schlicht der politische Wille fehlt, sich für die Schule für alle stark zu machen und die Menschen dafür zu gewinnen. Es geht nicht darum, die Schule für alle von oben durchzusetzen – das wollen auch wir nicht, aber es geht darum, dafür zu kämpfen!

Dass es zwei oder mehr Schulformen geben soll, damit Schülerinnen und Schüler nach arm und reich sortiert würden, das wird zumindest öffentlich von allen Parteien aus gutem Grund abgelehnt: Würde es doch bedeuten, dass man arme Kinder automatisch für die dümmeren Kinder hält: eine fachlich dumme und politisch skandalöse Einschätzung.

Unser Ziel bleibt dabei eine Schule, die die soziale Spaltung besser bekämpft und die bessere Leistungen der Schülerinnen und Schüler möglich macht. Ich glaube, was Finnland und Schweden uns vormachen, das können wir auch.«
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Robert Heinemann schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft



Redeauszug
19. April 2007: »Wenn Rot-Grün kommt, dann werden die Gymnasien abgeschafft. Nur sollte die SPD so ehrlich sein, das den Wählern auch vor der Bürgerschaftswahl zu sagen.«

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Die Position der CDU-Fraktion in Hamburg

Mit ihrer Mehrheit in der Hamburgischen Bürgerschaft beschloss die CDU-Fraktion am 19. April 2006 die Einführung des Zwei-Säulen-Modells aus Stadtteilschule und Gymnasium.

Danach sollen Stadtteilschulen künftig alle Schulabschlüsse bis hin zum Abitur nach 13 Jahren anbieten. Das Gymnasium soll schon nach 12 Jahren zur Hochschulreife führen. Welches Kind in welche Schule geht, soll wie bisher zunächst vorläufig nach der vierten, endgültig dann nach der sechsten Klasse entschieden werden.

Damit hat die CDU-Fraktion einen ersten Schritt hin zu einem Umbau des Schulsystems in der Hansestadt gemacht. Er bedeutet eine Abschaffung von Haupt-, Real- und Gesamtschulen.

Die Hansestadt Hamburg gibt im Vergleich zu den anderen Bundesländern das meiste Geld pro Schüler aus. Gleichwohl landet der Stadtstaat bezüglich der Leistungsfähigkeit mit seinen Schulen bei den PISA-Studien regelmäßig auf den hinteren Plätzen.

Stadtteilschule und Gymnasium

Die Hamburger CDU will kleine Klassen, beste Ausstattung und nur noch zwei Schulfomen. Der Bildungshistoriker Heinz-Elmar Tenorth bezeichnet das CDU-Konzept als »das intelligenteste Konzept, das mir seit langem zu diesem in Deutschland so quälenden Thema begegnet ist«.

Tenorth weiter: »Die Stadtteilschule eröffnet die Möglichkeit zum Abitur. Damit ist die unterschiedliche Wertigkeit der Schulformen – hier das Gymnasium für die zukünftigen Akademiker, dort die anderen Schulformen für die praktischen Berufe – zumindest abgemildert.

Das Modell schreibt den Eltern zu Recht nicht vor, dass sie ihr Kind auf eine Einheitsschule schicken müssen. Ihnen bleibt nach der vierten Klasse weiterhin die Wahl zwischen zwei Schulformen, die jedoch im Prinzip beide bis zum Abitur führen können. Das Gymnasium in acht Jahren und die Stadtteilschule nach neun Jahren.«
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