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Schwarze Rhetorik

KARSTEN BREDEMEIER

Schwarze Rhetorik

KARSTEN BREDEMEIER – Schwarze Rhetorik

Kurzbeschreibung – Der Rhetoriker beherrscht die Kunst, Sprache optimal einzusetzen – notfalls auch als Florett, indem er duch Sprachwitz und Doppelbödigkeit seinem Gesprächspartner zu Leibe rückt. Verbale Attacken werden mit kunstvoller Schlagfertigkeit geschickt abgewehrt. Der bekannte Kommunikationstrainer Karsten Bredemeier zeigt, wie jeder diese Kunst erlernen kann, denn durch geschickte Fragen, passende Redewendungen und mit trainierter Schlagfertigkeit lassen sich die eigenen Ziele in Gesprächen und Verhandlungen geschickt durchsetzen. Mit zahlreichen Übungen und Beispiel-Dialogen.

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Das Gedicht von Gottfried Benn, Einsamer nie, 1936

Einsamer nie als im August:
Erfüllungsstunde –, im Gelände
die roten und die goldenen Brände
doch wo ist deiner Gärten Lust?
Die Seen hell, die Himmel weich,
die Äcker rein und glänzen leise,
doch wo sind Sieg und Siegsbeweise
aus dem von dir vertretenen Reich?
Wo alles sich durch Glück beweist
und tauscht den Blick und tauscht die Ringe
im Weingeruch, im Rausch der Dinge –:
dienst du dem Gegenglück, dem Geist
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Die Berliner Literaturkritik | »Einsamer nie …«
© Die Berliner Literaturkritik, 06.07.06: Sammelrezension zum 50. Todestag von Gottfried Benn
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Dr. Johann Hinrich Claussen, Theologe, im Gespräch mit Dr. Sabine Rauh, Sendetag: 11.06.2007, 20.15 Uhr

»Die Gemeinde gibt es nicht. Ich erlebe es als Pastor häufig, dass jemand auf mich zukommt und zu mir sagt: "Aber Herr Pastor, die Gemeinde will doch Folgendes …" Da weiß ich dann immer schon, dass das genau diese Person haben möchte, dass es aber innerhalb der Gemeinde sehr viele unterschiedliche Menschen gibt. Es gibt Menschen, die sich ganz intensiv zur Kerngemeinde zählen und ehrenamtlich engagiert sind in dieser einzelnen Stadtteilkirche. Es gibt andere, die bei Gelegenheit dazustoßen: Dies ist gerade dann der Fall, wenn irgendwelche Familienfeste oder die Kinder im Mittelpunkt stehen. Dann gibt es welche, die mehr in die Innenstadt gehen.«
»Gelassenheit steht, wie ich meine, einem Christenmenschen gut an. Das hat etwas mit Gottvertrauen zu tun. Das heißt, man muss heute aufpassen, dass man sich nicht in irgendwelche Angstphantasien hineinjagen lässt. Heidenangst ist keine Christentugend. Insofern steht uns also Gelassenheit gut an. Auf der anderen Seite ist es ja so: Wenn man mal einen längeren historischen Rückblick wagt, dann stellt man fest, die Krise ist sozusagen der Lebensort der Kirche. Die evangelische Kirche versteht sich nicht als eine Herrschaftsinstitution, die in der Welt unangefochten dasteht, sondern als eine Institution, die sozusagen ständig in der Krise ist, sich anfragen lässt, sich anfechten lässt. Und trotzdem verkündet sie mit fröhlichem Mut das Evangelium. Insofern ist die Krise auch eine Normalität für uns.«
»Natürlich bin ich ein Vertreter der Kirche und werbe um Mitgliedschaft und möchte, dass die Menschen auch unsere Institution unterstützen und ihr die Treue halten, das ist ja klar. Aber ich weiß auch, dass die Institution Kirche an sich noch nicht das Gesamte des christlichen Glaubens darstellen kann. Sie sorgt dafür, dass der christliche Glaube tradiert wird, dass er vorgestellt wird, dass er gepflegt wird, dass es Gottesdienste gibt, dass es Kirchen gibt, dass es Personen gibt, die dafür Ansprechpartner sind. Aber die Kirche ist ja nun nicht diejenige Größe, die den Glauben hervorbringt. Das wäre vermessen anzunehmen. Wenn man sich also erst einmal selbst von allzu hohen klerikalen Ansprüchen befreit hat, kann man, wie ich meine, ganz gut auf Menschen zugehen, sie auf das Wesentliche des Glaubens ansprechen und ihnen mitteilen, womit uns denn der christliche Glaube frei und gelassen macht und wo man eben dann doch eine kirchliche Bindung braucht, um diese Freiheit dauerhaft und verlässlich ausbilden zu können.«
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Zum alpha Forum | BR-alpha | Bayerischer Rundfunk: Dr. Johann Hinrich Claussen, Theologe, im Gespräch mit Dr. Sabine Rauh, Sendetag: 11.06.2007, 20.15 Uhr
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Hartmut Dresia

Autor des Beitrags:
Hartmut Dresia

Hartmut Dresia ist Publizist und Geschäftsführer der dcic mehr...

Beitrag erstellt am:

27. Juli 2007

Letzte Bearbeitung am:

28. Juli 2007
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St. Nikolai – Die Hauptkirche am Klosterstern: Website mit aktuellem Gemeindebrief und aktuellem Programmheft
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Deutschlandradio Kultur – Buchtipp – Comeback des Christentums
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Johann Hinrich Claussen

Johann Hinrich Claussen
© Frederika Hoffmann

Zurück zur Religion

Zurück zur Religion
Warum wir vom Christentum nicht loskommen

Daten zum Buch

Titel: Zurück zur Religion

Autor: Johann Hinrich Claussen

Verlag: Pantheon

ISBN: 978-3-570-55014-4

Preis: EUR 11,95 (D); sFr 22,90 (UVP); EUR 12,30 (A)

Umfang: Paperback, 304 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

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Johann Hinrich Claussen – Zurück zur Religion

Religion ist wieder ein großes öffentliches Thema, das auch kirchenferne Menschen intensiv beschäftigt und manchmal innerlich bewegt. Johann Hinrich Claussen zeigt, weshalb sich das vielfach totgesagte Christentum selbst in der stark säkularisierten deutschen Gesellschaft so hartnäckig hält. Claussen hat eine pointierte, ebenso kundige wie streitbare Auseinandersetzung mit dem religiösen Leben in der Bundesrepublik vorgelegt.

»Claussen gelingt etwas Seltenes: unfanatischen religiösen Glauben als heilsame, identitätsstärkende Kraft der Lebensführung sichtbar werden zu lassen.«
Friedrich Wilhelm Graf in der FAZ

»Claussen zeichnet sensibel nach, an welchen Stellen in der Gegenwart Menschen Religion so begegnet, dass sie davon nicht loskommen. Das Buch setzt bei solchen äußeren Phänomenen an, um dann Schritt für Schritt auf das "Ich des Lesers" zuzuschreiten.«
Rheinische Merkur

»Claussen befasst sich mit den verschwommenen Sehnsüchten unserer säkularen Gesellschaft. Dabei wird nicht gepredigt, sondern argumentiert. Claussens Prosa ist glasklar und geradlinig.«
Berliner Morgenpost

»Spätestens jetzt weiß es auch das breite Publikum: Der Kulturprotestantismus ist zurück auf der Bühne der Geschichte. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs hatte er sich verabschiedet, eine Melange aus Bildung, Moral und Sittlichkeit. Im ausgehenden 19. Jahrhundert feierte der Kulturprotestantismus seine Hochphase: Religion als Stütze für Staat und Gesellschaft, als Lückenfüller in den Sinnlöchern des kapitalistischen Systems. Johann Hinrich Claussen ist nicht der erste Theologe, der in dieser Protestantismus-Variante die Zukunft sieht, aber einer der ersten, der sie zu Beginn des 21. Jahrhunderts allgemeinverständlich neu formuliert.«
Deutschlandradio Kultur

Warum wir vom Christentum nicht loskommen

In »Zurück zur Religion, Warum wir vom Christentum nicht loskommen« beschreibt der Autor Johann Hinrich Claussen einen Stimmungswechsel in Deutschland. Die Religion stehe wieder im Blickpunkt vieler Menschen.

Warum und bei wem findet christliche Religion heute wieder Interesse? Wodurch ziehen die großen Kirchen die öffentliche Aufmerksamkeit und Anteilnahme an?

In seinen Antworten auf diese Fragen wendet sich der Autor Johann Hinrich Claussen durchaus großen Themen zu: der mangelnden öffentlichen Sichtbarkeit des neuen religiösen Interesses, seiner Sublimierung in säkularen Bedürfnissen und Aktivitäten, auch der Inszenierung und medialen Repräsentation von Religion in der Öffentlichkeit sowie den aus seiner Sicht eigentümlichen Begegnungen mit fremden Frömmigkeitskulturen.

Auszüge aus »Zurück zur Religion«

»Es gibt ja auch neue Formen, Kultur und Protestantismus zusammenzudenken, die eben nicht auf eine bruchlose Identität und Harmonie hinauslaufen, sondern zu gucken, dass (…) die Evangelische Kirche eine eigene Institution, eine eigene Gestalt ist, die nicht einfach sozusagen in der Kultur aufgeht, die aber eine ganz, ganz wichtige Aufgabe hat, nicht nur für sich selbst da zu sein, sondern für die Kultur insgesamt, nämlich sie darauf hinzuweisen auf all das, was in einem gängigen Marktmodell, offene Gesellschaft, Marktwirtschaft, Leistungsgesellschaft nicht vorkommt. Nämlich der unbedingte Respekt vor allem Leben, die Hinwendung zu den Armen und Benachteiligten, überhaupt zu all dem, was uns transzendiert.«

»Das hat bestimmt auch damit zu tun, dass das jetzige Gesellschaftsmodell, kapitalistische Marktwirtschaft, Wohlstandsgesellschaft, doch auch an gewisse Grenzen gestoßen ist. Also die alten Sicherungen durch Sozialstaat, durch Wohlstand für alle, überhaupt für all das, was für soziale Marktwirtschaft steht, ist in Gefahr und könnte sich möglicherweise doch im Globalisierungsstrudel auflösen. Und das sorgt für Verunsicherung beziehungsweise für eine große Sehnsucht oder ein Interesse, sich neu zu orientieren. Und dann fragt man eben immer auch nach Religion.«

»Es ist nicht so, dass nun ganz viele Menschen alle wieder in die Kirche eintreten und ganz furchtbar fromm würden, aber sie fragen mit einer neuen Ernsthaftigkeit nach dem, was die Kirche zu sagen hat und nach dem, was das Christentum bedeutet – und das eben auch in Großstädten wie Hamburg und Berlin, wo sozusagen die mittlere intellektuelle Schicht noch vor 10, 20 Jahren nicht im Traum daran gedacht hätte, sich mit Figuren wie dem Papst zu beschäftigen, und zwar ernsthaft zu beschäftigen.«

»Dieses Beispiel aber auch viele andere zeigen mir ein hohes Bedürfnis, dass es so etwas wie Kirche gibt. Auch wenn man ihr selber nicht angehört oder auch wenn man sich gerade von ihr abgewendet oder gegen sie entschieden hat, (…) – dass es jemanden gibt wie einen Pastor, wie eine Kirche, wo bestimmte Dinge tradiert und gepflegt werden, wo bestimmte Gottesdienste gefeiert werden, wo bestimmte Werte vermittelt werden. Auch wenn man selber für sich selber nicht dazugehören will, hat es irgendwie etwas Stabilisierendes, etwas Beruhigendes, etwas Tröstliches sogar, wenn man weiß, dass es das weiterhin gibt. Erstaunlich.«

Wer ist Johann Hinrich Claussen?

Der 1964 in Hamburg geborene Theologe studierte evangelische Theologie in Tübingen, Hamburg und London. Er ist Privatdozent für systematische Theologie an der Universität Hamburg, seit 1996 freier Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, seit dem Frühjahr 2004 Propst im Kirchenkreis Alt-Hamburg und seit dem 1. Juni 2007 Hauptpastor an St. Nikolai, einer der fünf Hamburger Hauptkirchen.

Johann Hinrich Claussen ist mit einer Germanistin verheiratet und hat drei Kinder. Seit 2005 lebt er mit seiner Familie im Pastorat in der Heilwigstraße.

Johann Hinrich Claussen – der Autor

Die Habilitationsschrift Claussens trägt den Titel »Glück und Gegenglück«. Dieser Titel bezieht sich auf ein Gedicht von Gottfried Benn, »Einsamer nie«, in dem er beschreibt, wie die Masse so furchtbar glücklich ist, während es ihm ganz anders geht, denn er dient »dem Gegenglück, dem Geist«.

Seine Beiträge für die FAZ stehen unter Titeln wie »Mit Lust leben« (»Es ist fast ein Naturgesetz, dass die Theologie mit einer Verspätung von zehn oder zwanzig Jahren die Themen entdeckt, die von ihren Nachbardisziplinen inzwischen schon wieder zu den Forschungsakten gelegt sind. ...«), »Vom Kult zur Kultur« (»Man sagt, die Kirchen würden immer leerer. Das stimmt, und das stimmt nicht. Genaue Aussagen über die langfristige Entwicklung des Gottesdienstbesuchs sind nicht möglich, denn eine Statistik führen die Kirchen erst seit den fünfziger Jahren. ...«) oder »Unter der Bank« (»Der weltweit aufflammende Fundamentalismus zwingt die Konfessionen hierzulande, ihr Verhältnis zu den eigenen Grundlagen zu klären. Dies gilt vor allem für den Protestantismus, der im Vergleich zu den "harten", modernitätsfeindlichen Religionsbewegungen als besonders "weich" erscheint. ...«).

Wichtige Buch-Veröffentlichungen von Johann Hinrich Claussen sind:

  • Jesus-Deutung von Ernst Troeltsch im Kontext der liberalen Theologie, Tübingen: Mohr, 1997.
  • Den Himmel auf die Erde holen, Stuttgart: Kreuz, 2001.
  • Moritz und der liebe Gott, München: dvd, 2004.
  • Spiegelungen, Zürich: Pano, 2005.
  • Glück und Gegenglück, Tübingen: Mohr Siebeck, 2005.
  • Die 101 wichtigsten Fragen – Christentum, München: Beck, 2006.
  • Zurück zur Religion, München: Pantheon, 2006.

Johann Hinrich Claussen – der Propst

Claussen ist seit dem Frühjahr 2004 Propst im Kirchenkreis Alt-Hamburg, dem fast 80 Gemeinden angehören. Zwei Pröpstinnen und ein Propst sind für diesen Bezirk zuständig. Sie begleiten und beraten die dortigen Pastoren und Gemeinden.

»Und manchmal leite ich auch an oder versorge die Menschen dort mit Anregungen. Das ist jedenfalls meine Aufgabe als Propst«, sagt Claussen über diesen Bereich seiner Tätigkeit.

Der Titel »Propst« kommt aus dem Alt- bzw. Mittellateinischen »praepositus«, also »Aufseher«. Der Probst ist der Vorgesetzte, der Pastor der Pastoren eines Bezirkes. In Bayern wird diese Funktion mit »Dekan« und in anderen Landeskirchen mit »Superintendent« bezeichnet.

Johann Hinrich Claussen – der Hauptpastor

St. Nikolai, die zweitälteste der Hamburger Hauptkirchen, ist im Jahre 1956 aus der Innenstadt nach Harvestehude am Ende der Außenalster umgezogen. Die 1943 zerstörte Hauptkirche St. Nikolai wurde bewusst als Mahnmal für den Frieden belassen. Deshalb wurde 1962 eine neue Hauptkirche St. Nikolai in Harvestehude erbaut.

Am 1. Juni 2007 war für Claussen Dienstbeginn als Hauptpastor an St. Nikolai. Er ist Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Hauptpastors Dr. Ferdinand Ahuis, der 14 Jahre als Hauptpastor von St. Nikolai gewirkt hat.

Claussen sieht seine Schwerpunkte in der Gottesdienstgestaltung und der Förderung einer lebendigen Gemeinde.

Claussen versteht sich als Teamarbeiter: »Ich muss in St. Nikolai keine Lücken schließen. Vielmehr möchte ich alle Akteure gut zusammenspielen lassen.«

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