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Duden sucht die Journalisten von morgen

Ab sofort können junge Nachwuchsschreiber wieder zeigen, was in ihnen steckt. Am 1. September 2007 beginnen die „Duden Open 2007/2008“, der große Jungjournalistenwettbewerb für kreative Köpfe. Gemeinsam mit seinen Partnern sucht der Dudenverlag auch dieses Mal wieder talentierte Nachwuchsjournalisten bis 21 Jahre. In insgesamt drei Ausscheidungsrunden werden das Allgemeinwissen der Teilnehmer(innen) sowie ihr Schreib- und Recherchetalent getestet und durch eine renommierte Jury bewertet. Die zehn Bestplatzierten gewinnen interessante Praktika bei renommierten Print- und TV-Medien, wie z. B. in den Redaktionen von „taz“, „Yam!“ oder „Galileo“.
Unter www.duden-open.de können junge Journalisten ab sofort direkt loslegen. Die erste Runde findet vom 1. September bis einschließlich 31. Oktober 2007 online auf der genannten Website statt und besteht aus einem Fragebogen zur Allgemeinbildung, ähnlich wie bei der Aufnahmeprüfung einer Journalistenschule. Wer dort zeigt, dass er oder sie sich in Politik, Kultur oder Sport auskennt, und den Fragebogen richtig ausfüllt, qualifiziert sich für die zweite Runde, die im November und Dezember 2007 läuft.
Dort können die Qualifikanten dann ihre Recherchekenntnisse und ihre kreative Schreibe unter Beweis stellen. Bis Ende des Jahres müssen sie einen selbst verfassten Artikel zu einem vorgegebenen Thema an die Duden-Open-Redaktion schicken. Alle eingereichten Beiträge werden von einer hochrangigen Journalistenjury bewertet, zu der u. a. Friedrich Küppersbusch („ZAK“) gehört.
Die Autoren der zehn bestbewerteten Artikel reisen dann im Mai/Juni 2008 zum großen Finale und wetteifern bei der Endausscheidung um mehrwöchige Praktika bei verschiedenen Print- und TV-Medien.
Den Jungjournalistenwettbewerb von Duden gibt es seit 2003. Vom Start weg ist er auf großes Interesse gestoßen, und die Teilnehmerzahlen steigen von Jahr zu Jahr. Im vergangenen Jahr haben über 2.200 Nachwuchsjournalisten bis 21 Jahre teilgenommen.
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Zum »Duden Open« Wettbewerb 2007/2008
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Gunhild Simon

Autor des Beitrags:
Gunhild Simon

Gunhild Simon ist Studienrätin a. D. und Sprachexpertin des institut1 mehr...

Beitrag erstellt am:

17. August 2007

Letzte Bearbeitung am:

21. September 2007
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korrekturen.de – Beliebte Fehler : frugal / opulent; üppig
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SPIEGEL ONLINE – Kultur: Geisel/Geißel
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Wikipedia – Anglizismus: Als Anglizismus bezeichnet man einen Einfluss der englischen Sprache auf oder in andere Sprachen.
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Sprache aktuell – Wort und Sinn: Bemerkungen zur ...
 
 

21. September 2007

»Guggenheim Museum – New York« – Foto: Jens Knoop. Essen / Germany – (c) pixelio.de

Guggenheim Museum – New York
Foto: Jens Knoop – Essen
(c) pixelio.de

Dimensionen der Wirklichkeit

Realität und Wirklichkeit – ist das Fremdwort ein adäquates Synonym?

Von Gunhild Simon

Kaum ist die Wendung »nicht wirklich«, die wörtliche Übersetzung von »not really«, »eigentlich nicht« auf dem Höhepunkt ihrer Verbreitung, stellt sich die Frage nach der Herkunft des Wortes »wirklich«.

Es hat etymologisch nichts gemein mit seinen romanischen Pendants: französisch réel, spanisch real, italienisch reale, englisch real. Zwar gibt es auch im Deutschen das Fremdwort real für dinglich, tatsächlich, auch reell für erwartungsentsprechend, zuverlässig – wirklich dagegen hat eine andere Dimension. Es geht von dem Verb wirken aus, das bereits im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen verwendet wurde und sich seinerseits von Werk und werken ableitet. Darin spiegelt sich die Bedeutung »tätig, wirksam, wirkend« wider.

Wirklichkeit vermittelt ein Bild von Gewirktem, ineinander Verflochtenem. Wirklichkeit ist das als Gegebenheit oder Erscheinung Fassbare. Dieser Begriff ist vielschichtiger als der der Realität, der nur Dingliches und Tatsächliches umfasst, jedoch nicht die Komplexität von Fassbarkeit, Erfahrbarkeit und Wirksamkeit hat.

Von wirken leiten sich neben Wirklichkeit und wirklich eine Reihe verwandte Wörter ab. Verben wie bewirken (verursachen), verwirken (einbüßen), einwirken (beeinflussen), erwirken (durchsetzen), verwirklichen (in die Tat umsetzen); Adjektive wie wirksam, wirkungsvoll und Substantive wie Wirkung, Gewirk, Wirksamkeit.

Reality-Shows suggerieren die Teilnahme am Leben anderer. Das Modewort realisieren – unter dem Einfluss von frz. réaliser, engl. to realize entstanden – bedeutet inzwischen weniger verwirklichen als sich bewusst machen, erkennen. Es ist vergleichbar mit nachvollziehen, umsetzen, transportieren, kommunizieren. Diese Verben haben – inflationär verwendet – den faden Geschmack von Beliebigkeit und Großspurigkeit. Deshalb ist kritische Distanz geboten, um sie nicht als Worthülsen zu missbrauchen.

Realität ist ein Fremdwort, das aus dem Französischen übernommen wurde. Dieses lautet réalité und hat nur den lateinischen Hintergrund res, die Sache, wohlbekannt als res publica, der Staat, genauer: die öffentliche Angelegenheit, worauf sich das klassische Demokratieverständnis bezieht.

Auch das beliebte Adverb realiter, tatsächlich, ist nur eine gelehrte Nachempfindung eines lateinischen Wortes, denn das zugehörige Adjektiv realis ist auch eine spätlateinische Wortbildung.

Winde und Stürme – wenn die Elemente toben
 
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27. August 2007

»Gewitter am Pazifik« – Foto: Mirco Seifert – (c) pixelio.de

Gewitter am Pazifik
Foto: Mirco Seifert
(c) pixelio.de

Meteorologische Turbulenzen

Winde und Stürme – wenn die Elemente toben

Von Gunhild Simon

Der Wind ist der Inbegriff von Freiheit und Nicht-Greifbarkeit und, wenn er sich zum Sturm steigert, von blinder, unbezwingbarer Kraft.

Daran knüpfen sich viele Übertragungen:

  • märchenhaft – »Der Wind, der Wind, das himmlische Kind«,
  • metaphorisch-dramatisch – »Vom Winde verweht«, »Fackeln im Sturm«, »Candle in the Wind«,
  • biblisch – »Wer Wind sät, wird Sturm ernten«,
  • lyrisch – »... zum Fenster, da ziehen die Winde hinaus« (Goethe).

Daran knüpft sich auch eine Vielzahl von Redewendungen, die die Leichtigkeit des menschlichen Seins den Naturgewalten gegenüberstellen: »in alle Winde zerstreut«, »in den Wind geschrieben«, »wie ein Rohr oder Blatt im Wind« oder die den Traum von der Ungebundenheit mit dem Wehen des Windes vergleichen: »Der Geist weht, wo er will«.

Meteorologische Erläuterung der Windsysteme

Ihre unterschiedliche Entstehung legt drei Gruppen zur Unterscheidung nahe: Winde, die sich durch das Aufeinanderprallen unterschiedlich temperierter Luftmassen aufbauen und deren Ausgleichsvorgänge sich in horizontaler Richtung abspielen, tropische Wirbelstürme, die aus dem aufgeheizten Ozean ihre Energie beziehen und lokale Wirbelstürme. Beide Arten von Wirbelstürmen entstehen aus vertikalen Luftbewegungen.

An Luftmassengrenzen – z. B. kalte Polarluft, heiße, trockene Wüstenluft, feuchte Meeresluft, Luft aus dem Hochland – entstehen bei deren Vermischung mehr oder weniger heftige Winde, oft mit Tiefdruckgebieten und Frontensystemen verbunden. In diese Gruppe gehören unsere Stürme und Orkane, der Blizzard, die Bora, der Scirocco, der Mistral.

Die tropischen Wirbelstürme – Hurrikan, Taifun, Zyklon – beziehen ihre ungeheure Energie aus der Wärme, die das aus dem Meer verdunstete Wasser bei der Tropfenbildung in den Wolken abgibt. Bedingung für ihr Entstehen ist eine Mindesttemperatur des Ozeanwassers von rund 28°C und ein primärer Luftwirbel, der geringeren Luftdruck erzeugt und dadurch die Verdunstung beschleunigt.

Ein tropischer Wirbelsturm, also ein Hurrikan, Taifun oder Zyklon, ist meteorologisch ein völlig anderes Windsystem als ein Orkan der gemäßigten Breiten. Ein Hurrikan, der sich vor der Küste Westafrikas zusammenbraut, um dann über den Atlantik Kurs auf die Karibik und das amerikanische Festland zu nehmen, hat keine Fronten, hat ein windstilles Auge, schüttet erhebliche Wassermassen aus und verliert über Land sofort seine Stärke, alles Eigenheiten, die ein Orkan nicht zeigt. Außerdem kann ein Hurrikan doppelt so hohe Windgeschwindigkeit erreichen.

In der Meteorologie heißen Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel Antizyklone, weil der Wind gegen den Uhrzeigersinn weht. Entsprechend heißen Hochdruckgebiete auf der Nordhalbkugel Zyklone. Auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt, und deshalb heißen tropische Wirbelstürme im Südpazifik und im südlichen Indischen Ozean zu Recht Zyklone. Dass die Bezeichnung Zyklon auf den nördlichen Indik, den Golf von Bengalen, übertragen wurde, ist aus meteorologischer Sicht daher eigentlich sprachlich fehl am Platz.

Lokale Wirbelstürme – Tornados oder Wasserhosen – entstehen bei heftigen vertikalen Luftbewegungen an Luftmassengrenzen. Vordringende Kaltluft lässt die verdrängte Warmluft nach oben schießen. Das sind die gleichen Bedingungen wie die für Gewitter.

Sprachliche Erläuterung der Fachbegriffe

Wie schlägt sich der unterschiedliche Charakter der Stürme sprachlich nieder?

In dem Wort Tornado erkennt man zweierlei Herkunft, die ihn als gewittriger Wirbelsturm verrät: das spanische tornare, drehen, und tronada, Gewitter, das wiederum auf das lateinische tonare, donnern, zurückweist.

Die Wörter Hurrikan und Orkan haben eine gemeinsame Wurzel. Seeleute haben das Wort Hurrikan aus dem Englischen entlehnt und deutsch ausgesprochen.

Das Wort Hurrikan geht zurück auf huracán, das die spanischen Eroberer entlehnt haben. Ursprünglich ein Wort der Maya, haben die Spanier es von den Kariben übernommen. Es entstammt dem Taino, einer westindischen Sprache. Die Maya auf Yucatan hatten einen Gott mit diesem Namen. Die Kariben – indianische Eroberer der Antillen – übernahmen zunächst das Wort, in der Folge gelangte es zu den Spaniern. Die späteren europäischen Kolonialherren in der Karibik – Engländer, Franzosen und Holländer – eigneten es sich ihrerseits an, aus huracán wurde hurrican.

Die Franzosen glichen es an zu ouraganorage heißt Unwetter – die Holländer formten es um zu orkaan und die Engländer zu hurrican.

Im Deutschen bedeutet Orkan – also das Lehnwort aus dem Holländischen – ein schwerer Sturm, wie er in unseren Breiten aus einem Tiefdruckgebiet mit Frontensystem entstehen kann.

Das Wort Zyklon klingt wegen seiner lautlichen Nähe zu Zyklon B und Zyklop gefährlicher als seine eher neutrale Bedeutung nahelegt. Man erkennt jedoch leicht darin die Herkunft Zyklus, griechisch kýklos, Kreis. Das charakterisiert die Drehrichtung des Sturmes.

Als Sammelbezeichnung für tropische Wirbelstürme bietet sich das aus dem Chinesischen stammende tai fung, Taifun an. Es bedeutet »großer Wind« und hat eine zufällige Ähnlichkeit mit dem griechischen Wort tifon, Wirbelsturm: »Vater aller Winde«.

Anglizismen, eine Bereicherung oder eine Verkürzung der deutschen Sprache?
 
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17. August 2007

»Statue of Liberty« – Foto: Cornerstone – (c) pixelio.de

»Statue of Liberty«
Foto: Cornerstone
(c) pixelio.de

Anglizismen

Anglizismen – eine Bereicherung oder eine Verkürzung der deutschen Sprache?

Von Gunhild Simon

Was verändert sich mit der Sprache, wenn man älter wird? Da werden die alten Wörter wertvoll. Die neuen scheinen platt und fremd. Während man selbst – in den Augen der Jüngeren gespiegelt – als unbeholfen und altbacken, ja geschwollen und gestelzt verstanden wird, empfindet man den erworbenen und gehüteten Sprachschatz als Hort, als Vermächtnis, einen Wert, den es zu bewahren gilt. Diese Haltung erwächst aus Bildung und erfordert – Standing!

Es gibt auch andere Stimmen: solche, die sich glücklich schätzen, Überkommenes über Bord zu werfen und eine moderne, eine globale Sprache zu vertreten.

Anglizismus oder Denglisch?

Anglizismen sind aus unserer Sprache nicht mehr wegzudenken. Waren sie vorgestern up-to-date, gestern in, so sind sie heute hip. Aber sie sind mehr: Durch die Verwobenheit der Kommunikation durch das Internet und das Zusammenrücken von Wirtschaft, Politik, Kommunikation und Kultur erlebt die Sprache eine Veränderung. Man spricht, um sich zugehörig zu zeigen, in einem Cross-over aus Deutsch und Englisch. Dieses Englisch ist, und das liegt an der Maßgeblichkeit, eher ein amerikanisches Englisch. Daher erscheint der Begriff Anglizismus irreführend.

Anglizismen sind aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum übernommene Begriffe. Das Spektrum reicht hier vom spezifischen Fachbegriff bis zum Freizeitcode. Denglisch dagegen ist ein mit englischen Wörtern durchsetztes Deutsch, ein Verschnitt aus Englisch und Deutsch, das leicht unverständlich und verkürzt erscheinen kann.*

Anglizismus oder Fremdwort?

Mit den Anglizismen verhält es sich nicht anders als mit anderen Fremdwörtern: Sie können in ihrer Funktion zu einer Bedeutungsverengung, zu einer Präzisierung und Differenzierung, beitragen, oder sie können hohl klingen, verflachen und nivellieren. Mit dem beliebten Fremdwort interessant drückt man sich eher allgemein, schwammig und allgemein aus. Man müsste sich also Gedanken über den Gegenstand machen, um dieses Wort durch ein differenziertes, treffendes und situationsangemessenes zu ersetzen:

  • kurzweilig, spannend, fesselnd, mitreißend, erstaunlich, vorzüglich,
  • erhellend, belehrend, lehrreich, wissenswert, aufschlussreich,
  • erklärend, bemerkenswert, sehenswert, anregend, erheiternd,
  • köstlich, merkwürdig, komisch, ungewöhnlich.

Fachsprache oder Jargon?

Aus dem Zusammenhang ergibt sich das entscheidende Kriterium für die Beurteilung, ob Ersetzung oder Verdrängung deutscher Wörter zu beklagen sind, oder ob es sich um eine andere Erscheinung handelt. Denn zwei Bereiche sind zu unterscheiden: Fachsprache und Jargon.

Die Fachsprache bedient sich spezifischer, genau definierter Fachwörter, die einem Austausch unter Wissenden zu schnelleren Kommunikationswegen verhilft. Der Jargon ist ein Mittel, um Signale zu setzen. Diese sollen Zugehörigkeit oder Ausschluss signalisieren. Man will nicht vermitteln und verstanden werden, sondern operiert auf der Ebene des »Stallgeruchs«.

Anglizismen, die überwiegend aus der Werbesprache zum Verwischen, zum Prahlen, zum Irritieren, zum Täuschen, zum Beeindrucken, zum Herausstellen, zum Wichtigtun oder zum Verdecken genutzt werden, höhlen die Sprache aus. Sie verdrängen deutsche Wörter, deren Passung kaum überprüft wird, während die importierten kritiklos übernommen werden.

Verzicht auf die Qualität deutscher Wörter?

Nun kommen durch weltweite Verflechtung von Technologie, Kultur und Wirtschaft ständig neu zu definierende Wissensbereiche hinzu. Hier kann die sprachliche Begriffsbildung, ohne altbacken zu wirken, nur mithalten, wenn sie den internationalen Standards entspricht.

Die natürliche Resource der deutschen Sprache ist das vertraute Vokabular. Die Stärke deutscher Wörter ist ihre selbsterklärende Bildhaftigkeit. Daneben spielen Grammatik und Rechtschreibung eine Rolle, die gerade beim Beugen eines importierten Wortes zu Verbiegungen führt. So verstoßen etwa upgraden oder downloaden gegen die deutsche Laut-Buchstabenzuordnung – das erweist sich bei der Bildung der Personalformen:

  • ich grade up/loade down,
  • ich upgrade/downloade,
  • ich habe upgegradet/downgeloadet,
  • ich habe geupgradet/gedownloadet?

Ob auf den neuesten Stand bringen, aktualisieren oder einpflegen – ob herunterladen, auf die Festplatte laden oder speichern, oder ein Upgrade oder Download vornehmen, das ist Geschmacks- und Präzisierungssache, grammatisch und orthografisch jedoch einsichtiger und schlüssiger zu handhaben.

Der Kompromiss

Kommunikation, also Verständigung mit dem Motiv zu vermitteln und verstanden zu werden, holt den Adressaten ab. Sie nimmt das Wissensniveau des Adressaten als Grundlage.

Sprachen überlappen und beeinflussen sich. Das bringt der wirtschaftliche, kulturelle und politische Austausch mit sich. Die Etymologie zeigt eindrucksvoll die Verschmelzungen dieser Bereiche, die zu Lehnwörtern z. B. predigen (praedicare), Fenster (fenestra) oder Dach (tectum), Pflanze (planta), Pflaster (plastrum) und orthografisch adaptierten Fremdwörtern wie Bombe, Auto, Bus, Melodie, Bibliothek führten.

Ob Fremdwörter klassischer Herkunft, ob Übernahmen aus anderen Sprachräumen, man muss sich der Überlegung stellen, ob es sich um die Sprache verarmende oder sie bereichernde Begriffe handelt. Die meisten alltäglichen Begriffe wie etwa Song, TV, Airline, Flyer, Pool, Sneakers, Bike etc. sind nicht unverzichtbar, sie haben jedoch eine differenzierende Bedeutung gegenüber ihren deutschen Pendants angenommen. Gerade deshalb muss man sich fragen, ob man diese Differenzierung ausdrücken will.

Das türkisch-arabische Wort Kiosk, das englische flirten, das amerikanische Jeans, das ungarische Gulasch sind als Spezifikation oder in ihrer Bildhaftigkeit eine Bereicherung unserer Sprache. Zurückhaltung sollte man in besonderem Maße bei den Anglizismen üben, die gleichsam überschwemmend leicht mehrere deutsche Wörter verdrängen. Denn sie verführen durch ihre simple Eingängigkeit und ihren modischen Jargoncharakter zu unkritischer Übernahme, während sie den eigenen Wortschatz ärmer machen.

* Denglisch für Anfänger

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