Sprache aktuell – Sprache im Internet: Hinweise ...
 

7. September 2007

Tastatur – – Foto: Kunstart.net – (c) pixelio.de

Tastatur
Foto: Kunstart.net
(c) pixelio.de

Alphabetisierung

Analphabetismus wird mit
30 Millionen Euro bekämpft

Von Hartmut Dresia

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, ist überzeugt: »Die Alphabetisierung gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Bildungssystems«.

»Die Menschen, die in Deutschland leben, lehren, lernen und arbeiten, sind das Beste, was wir in diesem Land haben«, so die Bundesministerin. In Deutschland gibt es jedoch schätzungsweise vier Millionen funktionelle Analphabeten. Erhebliche Schwächen beim Lesen und Schreiben verringern für die Betroffenen nicht nur die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sondern beeinträchtigen auch ihre Lebensqualität und ihre gesellschaftliche Integration.

Dem Problem des Analphabetismus tritt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nun mit einem neuen Förderschwerpunkt entgegen, der mit insgesamt 30 Millionen Euro ausgestattet ist.

»Prävention und Bekämpfung des Analphabetismus sowie die Sicherung einer soliden Grundbildung für alle,« das müsse unser Bildungssystem leisten, so Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan. »Grundbildung ermöglicht erst jegliche weitere Bildung und das lebenslange Lernen«.

Die Ministerin hob die Vorlese-Initiative der Stiftung Lesen hervor: »Eine lebendige Vorlesekultur ist ein Element einer wirksamen Prävention von Analphabetismus«. Im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages am 23. November engagieren sich 2.500 Freiwillige in Lesungen, über das Jahr verteilt sind es rund 10.000 Menschen.

Mit den 30 Millionen Euro werden insbesondere zahlreiche Verbünde gefördert, die von einer Jury ausgewählt wurden.

BMBF: Liste der Verbünde, die gefördert werden – (pdf)

Stiftung Lesen: Aktuelle Projekte

Magazin Deutsch: Wort und Sinn – Bemerkungen zur Sprache

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Ole von Beust lehnt Werbung an Schulen ab

31. August 2007

Der Michel – Hamburg – Foto: Bernd Lynen(c) pixelio.de

Der Michel – Hamburg
Foto: Bernd Lynen
(c) pixelio.de

Fundraising

Hamburger wollen Hauptkirchen nicht retten – Spenden-Flop oder mangelndes Fundraising?

Von Hartmut Dresia

Die Spendenaktion für die fünf Hamburger Hauptkirchen erweist sich als finanzieller Flop. Bei der Anfang Juni gestarteten Aktion kamen bis jetzt gerade mal 15.000 Euro zusammen.

Offensichtlich reicht heutzutage der Aufruf zu einer »Spendenaktion« nicht mehr, um ein angestrebtes Ziel zu erreichen. Vielmehr bedarf es einer ausgearbeiteten Kampagne, welche die Gesetze des Fundraisings berücksichtigt.

Fundraising versucht alle von einer Organisation für die Erfüllung ihres gemeinnützigen Satzungszweckes benötigten Ressourcen zu beschaffen. Der Begriff setzt sich aus dem englischen Substantiv fund (Kapital) und dem Verb to raise (beschaffen) zusammen.

Fundraising ist die systematische Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle derjenigen Aktivitäten einer Nonprofit-Organisation, die darauf abzielen, alle für die Erfüllung eines angestrebten Zwecks benötigten Ressourcen zu beschaffen. Das umfasst Geld-, Sach- und Dienstleistungen. Es geschieht durch eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen derjenigen, die Ressourcen bereitstellen sollen, ohne dass eine materielle Gegenleistung erbracht wird. (vergl. Wikipedia – Fundraising)

Der Kirchenkreis Alt-Hamburg hingegen hat versucht, seine Ziele mit einer »Spendenaktion« zu erreichen. Es gibt nicht einmal eine Website zum Thema »Bewahrt die Hamburger Hauptkirchen!«. Auf seiner eigenen Website erwähnt der Kirchenkreis die Aktion mit keinem Wort. (vergl. Gemeinschaft der Hamburger Hauptkirchen)

Der Begriff Fundraising ist also nicht nur ein anderes Wort für das deutsche Wort »Spendenaktion«. Der Begriff schließt vielmehr Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle von Aktivitäten ein. Im Jahre des Herrn 2007 ist dem Fundraising der Vorzug vor einer »Spendenaktion« zu geben. Der Kirchenkreis Alt-Hamburg sollte sich professionell beraten lassen, um der Aktion »Bewahrt die Hamburger Hauptkirchen!« doch noch zum Erfolg zu verhelfen. Thema und Ziel lohnen den Einsatz.

Quelle: Welt Online – Hamburger wollen Hauptkirchen nicht retten

Magazin Deutsch: Johann Hinrich Claussen – Zurück zur Religion

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Ole von Beust lehnt Werbung an Schulen ab

30. August 2007

Ole von Beust – Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Ole von Beust
Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Werbung

Ole von Beust lehnt Werbung an Schulen ab

Von Hartmut Dresia

Bürgermeister Ole von Beust stoppte den Plan der Schulsenatorin Alexandra Dinges-Dierig, Werbung an den Schulen der Hansestadt Hamburg zuzulassen.

Es ist Aufgabe der Schule, Kinder und Jugendliche zu kritischen und verantwortungsbewussten Verbrauchern zu erziehen. Diese öffentliche Aufgabe darf nicht mit privaten Wirtschaftsinteressen vermengt werden. Ole von Beust hat mit seiner konsequenten Entscheidung ein gutes Zeichen gesetzt, denn die Demokratie braucht die Trennung von öffentlichem und privatem Raum.

Ole von Beust könnte hier Vorbild für die Bundeskanzlerin sein: Sie sollte mit gleicher Entschlossenheit die Privatisierung der Bahn AG und das Sponsoring für Ministerien unterbinden.

Quelle: Welt Online

Magazin Deutsch zum Thema Schule: Dokumentation und Kommentar – Sprache, Bildung und Gerechtigkeit, Schulstruktur-Debatte in Hamburg

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Kerle in der Krise

17. August 2007

»Blattwerk« – Foto: Jutta Anger – (c) pixelio.de

Blattwerk – Foto: Jutta Anger
(c) pixelio.de

Männlichkeit

Kerle in der Krise

FR-online.de (Frankfurter Rundschau)

Was ist männlich? Für die Kinder im Kinderladen »Wilde Kerle« kann Mann sein heißen: von morgens bis abends arbeiten, keine Zeit haben, am Wochenende Fußball spielen, laut sein, schreien. Aber auch: Vorlesen, trösten, Tisch abräumen, basteln, raufen im Matratzenraum.

Kamil Uzun ist Chef der »wilden Kerle«. Ein knallharter Job. Aber es gibt Leute, die halten ihn trotzdem für ein Weichei. Bauer Müller zum Beispiel. Ob es nicht erniedrigend sei für einen Mann, kleinen Jungen und Mädchen jeden Tag den Hintern abzuwischen, fragte der Landwirt, als Uzun einmal mit seinem Frankfurter Kinderladen den Bauernhof besuchte. Der Pädagoge fragte zurück: Ob es nicht erniedrigend sei, jeden Tag den Mist von Schweinen und Kühen wegzumachen. Bauer Müller schwieg.

Die Zwei- bis Sechsjährigen sind gerade mitten drin in der Identitätsfindung und jemand wie »Kamo« ist dabei eine enorme Hilfe, weil er die gängigen Rollenbilder ergänzt oder überhaupt erst eins schafft, weil es zu Hause keinen Papa gibt.

Quelle: FR-online.de (Frankfurter Rundschau)

Magazin Deutsch zu diesem Thema: Essay – Chancengleichheit von Jungen in Familie, Kindergarten und Schule

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Meinungsfreiheit

17. August 2007

»George« – Foto: Klicker – (c) pixelio.de

George – Foto: Klicker
(c) pixelio.de

Meinungsfreiheit

80.000 Dollar Entschädigung für Anti-Bush-Parolen

NZZ Online (Neue Zürcher Zeitung)

Zwei Demonstranten erhalten in den USA in einem Vergleich 80.000 Dollar Entschädigung. Sie hatten bei einer Rede des amerikanischen Präsidenten Bush T-Shirts mit regierungskritischen Parolen getragen.

Weil sie der Aufforderung, die Parolen zuzudecken, nicht nachgekommen waren, wurden sie abgeführt.

Die beiden Kritiker des amerikanischen Präsidenten erhalten nun von der Regierung 80.000 Dollar als Entschädigung für ihre Festnahme. Ein Richter in Charleston, West Virginia, wies am Donnerstag die Klage gegen das Ehepaar aus Corpus Christi zurück und setzte die Entschädigung fest.

Quelle: NZZ Online (Neue Zürcher Zeitung)

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Unwissen

15. August 2007

»Jede Menge Wissen« – Foto: Claudia Hautumm – (c) pixelio.de

»Jede Menge Wissen«
Foto: Claudia Hautumm
(c) pixelio.de

Unwissen

Das Keine-Ahnung-Lexikon

SPIEGEL ONLINE

Aal-Sex, Kugelblitze, Kurzsichtigkeit: Die Welt ist voller Rätsel – und für etliche gibt es keine Erklärung. Die schrägsten sind jetzt in einem Buch zusammengefasst worden. Heraus kam ein Lexikon des Unwissens.

»Wissenslücken entstehen gewöhnlich durch die alte Kulturtechnik des Vergessens«, beginnen Passig und Scholz ihre bloß zehn Seiten fassende Einführung (»Wissenswertes über Unwissen«).

Diese führt von einem Gedicht des US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld über geografische Metaphern (Issac Newton: »Was wir wissen, ist ein Tropfen. Was wir nicht wissen, ist ein Ozean«) über Nobelpreisträger und Quantenphysik zum Wissenschaftsmagazin »Science« und zum Higgs-Boson, einem bislang unentdeckten Elementarteilchen.

Auch Douglas Adams wird gestreift. Die Methode ist assoziativ-anekdotisch: Mehr Klammer, mehr Rahmen gibt es nicht. Den Rest der gut 200 Seiten füllt eine Folge von Kleinstkapiteln. Es ist kein Sachbuch übers Unwissen, es ist ein Kuriositätenkabinett für die Aufmerksamkeitsgesellschaft.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

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Internet

15. August 2007

»Glaskugel Erde« – Foto: S. Hofschlaeger – (c) pixelio.de

»Glaskugel Erde«
Foto: S. Hofschlaeger
(c) pixelio.de

Internet

Die Regeln des Web

sueddeutsche.de (Süddeutsche Zeitung)

Jedes Medium funktioniert nach seinen eigenen Prinzipien, die Regeln des Internets sind aber ständig in Bewegung. Deshalb schreiben wir sie hier einmal in der Woche auf – in der neuen Netzwelt-Kolumne von Dirk von Gehlen, dem Redaktionsleiter von jetzt.de.

Regel Nummer 1: Nichts ist wie es scheint

Regel Nummer 2: Provozieren geht über Studieren

Regel Nummer 3: Das Netz sind wir alle

Regel Nummer 4: Das Internet ist wichtig

Die wichtigste Regel aber: Das Internet ist wunderbar

Quelle: sueddeutsche.de (Süddeutsche Zeitung)

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